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Full text of "Ideen von Olbrich"

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julljn  von  juoti-  rv  ULbKia'i 

ZWEITE  VER/AEMRTE  AUFLAGE 
BAUAGÄRTNER'S  BüCtIMANDLG.  LEPZIG 


EX  LIBRIS 

THE  COOPER  UNION 
the  gif t  of 
Dr.  Alexander  Sved 


Druck  von  Fr.  Richter  in  Leipzig. 


L 


inem  deutschen  Fürsten  ist  dieses  Buch 
gewidmet,  dessen  Herrscherthat  neu  ist  in 
der  Kunstgeschichte.  Grossherzog  Ernst 
Ludwig  von  Hessen  ist  ein  Schöpfer  von 
Kunst  im  Gewerbe.  Er  adelt  diese  Tochter 
des  Volkes,  indem  er  sie  fördert,  wie 


früher  nur  die  sogenannte  reine  Kunst  gefördert  worden. 
Er  will  die  Kunst,  die  das  Leben  ist,  die  leben  hilft;  die 
angewandte  Kunst,  die  das  Nothwendige  erfreulich,  das 
Bedürfniss  zur  Freude  macht.  Diese  neue  Gewerbekunst  ist 
nicht  nur  ein  ästhetischer  Gewinn,  sondern  auch  eine 
sociale  Errungenschaft,  wie  etwa  der  Arbeiterschutz  oder 
die  Altersversorgung.  Sie  gesteht  allen  Menschen  das  Recht 
auf  das  Schöne  zu.  Kunst  soll  kein  Vorrecht  sein,  nichts 
Aristokratisches  und  nichts  Demokratisches,  sondern  ein 
Allgemeines,  wie  Luft  und  Licht.  Diese  Anschauung  ist 
sehr  neu,  vollends  auf  einem  Throne.  Ein  Herrscher  ver- 
kündet seinem  Volke,  allen  Völkern,  dass  man  nicht  vom 
Brot   allein   lebt,   dass   auch   die  Kunst   zu  den  ersten 


V 


Bürgerpflichten  gehört,  weil  sie  Freude  an  der 
Erfüllung  der  übrigen  schafft.  Und  dass  die  Kunst 
den  Bürger  befreit,  indem  sie  ihn  seine  eigene 
Persönlichkeit  finden  lehrt.  Das  Kunstvolk  der 
Zukunft  soll  keine  Herde  mehr  sein,  sondern 
jede  Person  eine  Persönlichkeit  in  ihrem  Ver- 
hältniss  zum  Schönen,  in  ihrem  Geschmack  am 
Kunstwerk.  Dieser  Fürst  adelt  die  individuelle 
Anschauung,  die  das  conservative  Herkommen 
ablösen  soll.  Er  selbst  sieht  und  empfindet  so 
selbsteigen  und  will  auch  nur  ebensolche  Freie 
um  sich  und  unter  sich  haben.  Darum  setzt 
dieser  Erzieher  ganz  unten  an,  beim  Handwerk, 
das  er  mit  Schönheit  weiht  und  lehrt,  sich  auf 
seinen  wahren  Sinn  zu  besinnen.  Die  Hand  soll 
nicht  mehr  Maschine  sein,  sondern  mitempfinden, 
miterfinden.  Das  Werk  der  Hand  soll  auch  Werk 
des  Kopfes  und  Herzens  sein.  Dieser  Fürst  unter 
seinen  Künstlern,  deren  aller  Element  nie  an- 


gewandte Kunst,  die  bisher  nichtfürstliche  Kunst 
ist  —  welch'  neue,  hochmoderne  Erscheinung. 
Ein  Freier  unter  Freien,  ein  Persönlicher  unter 
Persönlichen,  ein  Geber  und  Nehmer  von  An- 
regung, ein  Wirker  und  Mitwirker  zu  gemein- 
samer Harmonie  des  Schaffens.  Wohl  konnte 
diesem  Fürsten  dieser  Künstler  dieses  Buch 
widmen. 

Es  enthält  einiges  von  seinen  Anfängen  und 
ersten  Erfolgen.  Ausgeführte  Arbeiten  zumeist, 
dazwischen  Träume,  Gedanken,  ja  Stimmungen. 
Oder  ist  es  nicht  das,  wenn  er  „ Blumenlinien" 
zeichnet,  die  den  Kuss,  die  Liebe  bedeuten 
sollen?  Zwei  Linien,  die  sich  lieben,  sich  küssen. 
Zwei  körperlose  Bewegungen,  die  sich  umarmen; 
gleichsam  die  Lebenstriebe  zweier  Blumen,  die 
wieder  an  zwei  Menschen  erinnern.  Der  moderne 
Künstler  sieht  tief  in  die  Dinge  hinein,  durch 
alle  Dichtheit  des  Körpers  skizzirt  er  ahnend, 


VI 


rathend  ihre  Seele.  Und  der  nämlichen  Phantasie 
sind  die  einfachen  eichenen  Sessel  im  Speisesaale 
der  Villa  Friedmann  entsprungen.  Unter  den 
vielen  Sesseltypen,  die  jetzt  ersonnen  werden,  ist 
kaum  etwas  Einleuchtenderes  zu  finden. 

Der  moderne  anwendende  Künstler  muss 
Poet  und  Praktiker  zugleich  sein,  dann  ist  er  er- 
finderisch und  übersprudelt  er  von  Neuem.  Dann 
kann  er  Kunst  und  Handwerk  eigfenthümlich 
und  doch  überzeugend  verbinden.  Dann  ist  er 
eine  Ursprünglichkeit,  eine  Persönlichkeit  für 
sich,  denn  die  erste  Erfindung,  die  das  schöpfe- 
rische Individuum  unbewusst  macht,  ist  doch: 
es  selbst.  Die  künstlerische  Persönlichkeit  ist  ihr 
eigenes  Geschöpf. 

Olbrich  ist  in  diesem  Buche  ein  solcher  an- 
wendender Künstler. 

Da  sind  grosse  und  kleine  Landhäuser,  Wohn- 
räume jeder  Art,  Grabmäler,  das  Modell  einer 


mosaicierten  Sculpturenhalle,  ein  Kaffeehaus,  be- 
malte Thongefässe,  Möbel,  Entwürfe  für  Gürtel- 
schnallen, gewebte  Seidenbänder  und  Decken 
mit  Application,  eine  zierliche  Vignette  und  ein 
grossartiges  Mausoleum  am  Meer.  Nichts 
Menschliches  scheint  dem  Künstler  fremd  zu  sein. 
Aber  in  Allem  ist  er  er  selbst.  Was  er  macht, 
ist  nicht  englisch,  belgisch  oder  japanisch,  sondern 
olbrichisch.  Eine  vertrauliche  Mittheilung  des 
Künstlers,  eine  Selbstbekenntniss.  Wer  dieses 
Buch  durchsieht,  kennt  den  Charakter  seines 
Urhebers  und  hat  sich  mit  ihm  befreundet. 
Da  ist  Aufrichtigkeit,  Selbstständigkeit  und 
Menschenfreundlichkeit.  So  ein  Haus  ist  wie  für 
seinen  Bruder  gebaut.  Er  sorgt  für  den  Insassen 
mit  einem  wahren  Scharfsinn  des  Gemüths,  es 
ist  Liebe  in  einer  solchen  Stubeneinrichtung. 
Ein  schlechter  Mensch  oder  einer,  dem  der 
Nebenmensch  gleich  giltig  ist,  könnte  gar  nicht 


VII 


so  bauen.  Es  ist  Freude  in  diesen  Dingen  und 
Absicht,  Freude  zu  machen. 

Als  Architekt  ist  Olbrich  vor  Allem  Raum- 
poet. Baukunst  ist  ja  Raumkunst,  der  Raum 
der  ideale,  körperlose  Rohstoff,  den  der  Bau- 
künstler modelt,  wie  der  Bildhauer  den  Stein. 
Schon  darum  erscheint  der  Baukünstler  dem 
Dichter,  dessen  Rohstoff  der  Gedanke  ist,  eigen- 
thümlich  verwandt.  Beide  handhaben  und  formen 
das  Ungreifbare.  Die  Raumkunst  freilich  hat 
dieses  Jahrhundert  hindurch  schwer  gelitten, 
denn  allen  Bauenden  war  eine  bestimmte  Anzahl 
fertiger  Formen  auferlegt,  in  die  der  Raum 
gleichsam  gegossen  werden  musste.  Was  blieb 
da  für  das  Individuelle  übrig?  Wo  es  sich  hervor- 
wagte, wurde  es  als  Verwilderung  und  Zucht- 
losigkeit  verpönt.  Heute  aber  wird  persönlich 
gemalt,  gemodelt  und  auch  gebaut.  Heute  sind 
wieder  Raumdichter  möglich,  und  Olbrich  ist 


einer.  Schon  seine  Grundrisse  lesen  sich  über- 
sichtlich und  intim  zugleich  wie  ein  Gedicht  in 
Strophen.  Vollends  betrachte  man  gewisse  Ge- 
mächer in  seinen  Häusern;  es  sind  Raumdich- 
tungen. Lyrische  sogar,  wie  das  Schlafzimmer 
der  Villa  Friedmann  mit  den  in  Schlaf  gesenkten 
Veilchenhäuptern,  die  im  veilchenblauen  Holz- 
werk geschnitzt  sind,  und  dem  Engel  des  Schlafes, 
dessen  Fittiche  das  Fensterpaar  umrahmt  halten, 
und  dem  luftigen  Birkenhain,  der  sich  als  lichte 
Malerei  um  alle  vier  Wände  zieht.  Heute 
sind  Raumgedichte  bereits  möglich.  Was  man 
die  vier  Wände  oder  gar  vier  Pfähle  nennt, 
die  Raumprosa  unserer  Eltern  und  Grosseltern, 
nimmt  bei  Olbrich  ganz  eigene  Rhythmen  an. 
Er  scheint  im  Kubischen  des  Raumes  frei  zu 
phantasiren  und  gestaltet  es  in  der  grössten 
Mannigfaltigkeit.  Mauerwerk  und  Holzwerk  ver- 
mählen sich  bei  ihm  in  ganz  organischer  Weise 


VIII 


zu  Bildungen,  wie  sie  die  landläufige  Architektur 
nicht  kennt.  Er  gliedert  den  Innenraum  durch 
Einbauten  aller  Art,  durch  Untertheilungen, 
Ecklösungen,  Nischenbildungen,  Durchblicke  aus 
einem  Raum  in  den  anderen,  aus  einer  Farbe 
in  die  andere.  Er  erweitert  und  erhöht  ihn  durch 
helle  Farbe  der  oberen  Theile,  durch  kluges  Ver- 
bleiben in  der  Fläche.  Ueberhaupt  ist  ihm  die 
Farbe  eine  starke  Helferin;  sie  ist,  wie  er,  im 
deutschen  Süden  zu  Hause.  Seine  Kunst,  die 
Hölzer  zu  tönen  und  zu  schleifen,  die  Wände 
zu  bemalen  und  zu  mustern,  die  Gläser  zu  färben 
und  zu  bleien,  hat  kein  Ende.  Stets  ist  da  der 
Einfall  bereit,  dem  Bedarf  des  Augenblicks  zu 
dienen.  Der  Instinct  des  richtigen  Handgriffes, 
des  dienlichen  Verfahrens  macht  diesen  Künstler 
auch  zum  Handwerker;  er  findet  in  sich  Alles, 
was  zur  Gesammtleistung  gehört.  So  waren  die 
grossen  Allesmacher  von  einst,  die  Erfinder  und 


Anwender  von  Fertigkeiten,  die  ihren  Söhnen 
als  Erbe  und  ihren  Töchtern  als  Mitgift  zufielen. 

Ein  Olbrich'sches  Haus  ist  ein  lebender  Or- 
ganismus, und  jeder  Raum  darin  ein  lebendes 
Organ.  Wie  es  wirkt  und  klappt,  das  ist  seine 
Erfindung;  vom  ersten  bis  zum  letzten  Nagel 
zeichnet  er  Alles  selbst  und  lehrt  noch  die  Hand- 
werker, ihre  Werkzeuge  auf  neue  Art  zu  ge- 
brauchen. In  der  That,  er  erzieht  ein  neues  Hand- 
werk. Er  emancipirt  es  von  dem  herkömmlichen 
Druck  gewisser  Fabriken  und  Unternehmer. 
Seine  Fenster  und  Thüren  sind  nicht  aus  der 
Fenster-  und  Thürenfabrik,  seine  Spiegel  und 
Rahmen  nicht  aus  der  Spiegel-  und  Rahmen- 
fabrik, der  Tapetenfabrikant  und  der  Tapezierer 
verlocken  ihn  nicht,  ihre  bewährtesten  Papiere 
aufzukleben  und  ihre  beliebtesten  Draperien  auf- 
zuhängen. Selbst  die  allmächtige  Jalousienfabrik 
muss  ihm  weichen.  Jedes  Einzelne  bezeugt  da, 


IX 


dass  ein  Kopf  einen  Gedanken  gehabt  hat  und 
eine  Hand  die  Empfindung:  für  diesen  Gedanken. 
So  ist  auch  der  Hausrath  in  diesen  Räumen 
nichts  Zufälliges,  wie  der  Möbelmarkt  es  bietet. 
Jedes  Stück  ist  für  die  besondere  Stelle  und  den 
besonderen  Zweck  erfunden.  Selbst  in  der  Dach- 
kammer, wo  Anderen  die  geneigte  Decke  eine 
Unbequemlichkeit  ist,  wird  gerade  sie  Ver- 
anlassung zu  neuen  Möbelformen,  denen  gerade 
jene  Schiefheit  zu  Gute  kommt.  Und  wie  die 
Möbel  zu  Ort  und  Stelle  passen,  fügen  sie  sich 
auch  aneinander  und  ineinander.  Sie  bauen  sich 
zu  ganzen  Möbelgruppen  zusammen,  die  wieder 
mit  ihrer  Wand  und  Thüre,  oder  mit  ihrer  Ecke 
verwachsen.  Eine  Ecke  mit  Bett,  Bank,  Nacht- 
kästchen, Spiegel  ist  ein  Stück.  Oder  ein  Divan 
mit  seiner  Nische  und  Handbibliothek,  oder  ein 
Waschtisch  mit  Umgebung  und  allem  Zugehör. 
So  formen  sich  die  Räume  in  der  That  gleich 


dem  Gehäuse  der  Schnecke  nach  Natur  und 
Lebensweise  des  Bewohners.  Sie  bilden  seine 
natürliche  Schale,  in  der  er  sich  möglichst  wohl 
befindet  und  genau  die  Art  von  Behagen  geniesst, 
die  ihm  nach  seinen  Neigungen  und  Bedürf- 
nissen frommt.  Das  Ergebniss  ist  eine  Art  von 
Gemüthlichkeit,  wie  sie  etwa  das  Väterschloss, 
das  Vaterhaus  hat,  überhaupt  alles  Angestammte, 
sozusagen  Angeborene.  In  solchen  Räumen  ist 
man  ganz  zu  Hause,  sicher,  Jedes  an  der  rechten 
Stelle  zu  finden,  jedes  Schlüsselloch  sogar  so 
hoch,  dass  man  sich  nicht  darnach  zu  bücken 
braucht,  und  wäre  es  in  der  oberen  Ecke  einer 
Schrankthüre.  Der  richtige  moderne  Architekt 
baut  nach  der  Statur  und  dem  Charakter  des 
Bauherrn,  ja  nach  dem  Temperament  und  den 
Nerven  der  Hausbewohner.  Trägt  doch  in  einer 
dieser  Villen  sogar  jede  Thüre  die  hübsche  In- 
schrift: „Leise  schliessen!" 


X 


Auch  das  gehört  schliesslich  zur  Echtheit. 
Bei  diesem  Schaffen  ist  Alles  echt.  Kein  Stoff, 
kein  Geräth  hat  das  geringste  Falsch  im  Leibe. 
Weiches  Holz  schämt  sich  seiner  Weichheit  nicht 
und  lässt  sich  nicht  „hart"  fladern,  sondern  sucht 
mit  Manier  weich  zu  sein.  Die  Verkleidung  einer 
Heizvorrichtung  spielt  nicht  die  geschnitzte  Truhe 
oder  den  Marmorkamin,  sondern  gibt  sich  als 
die  Verkleidung  einer  Heizvorrichtung,  ist  aber 
als  solche  hübsch.  Und  auch  da,  wo  kein  fremder 
Blick  hindringt,  herrscht  der  nämliche  Geist.  In 
Küche  und  Mägdezimmer,  in  Kartoffel-  und 
Kohlenkeller,  in  Heizhaus  und  Waschküche  ist 
gleichfalls  Alles  Gestaltung  und  Lösung.  Auch 
ein  Pumpenhaus  kann  reizend  sein;  es  soll  das 
sogar,  denn  es  würde  sonst  das  Auge  beleidigen, 
das  vom  zierlichen  Söller  darauf  niederschaut. 

An  solcher  Kunst  ist  Alles  neu,  sogar  das 
Alte   und   Uralte.    Wenn   man   diese  Häuser 


Olbrich's  betrachtet,  ruft  man  unwillkürlich  aus: 
„Gottlob,  es  gibt  also  wieder  Wände!"  Wand- 
flächen statt  der  gewohnten  Löchersysteme  mit 
all  der  Unruhe  von  falschen  Säulen,  Pilastern 
und  Giebeln.  Die  Annehmlichkeit  der  Fläche 
wird  wieder  empfunden,  und  die  Reinheit  der 
Linie,  die  Feinheit  der  Curve.  Wie  viel  Neues 
ist  da  wieder  zu  machen.  Die  ganze  Curven- 
kunst  der  Modernen  ist  ja  etwas  Neues.  Und 
etwas  Endloses,  denn  ihre  zarte  oder  mächtige 
Melodik  ist  nicht  auszuschöpfen.  Neue  Linien- 
züge, neue  Gliederungen,  neue  Farbentöne  in 
neuen  Gegensätzen  oder  Zusammenpassungen: 
in  alledem  wühlt  das  moderne  Talent. 

Man  denke  sich  einmal  die  Sache  umgekehrt: 
unsere  Städte  wären  von  jeher  so  gebaut,  wie 
Olbrich  baut,  und  wir  hätten  nie  etwas  Anderes 
gesehen,  und  plötzlich  käme  ein  talentloses,  aber 
einflussreiches    Baugeschlecht    auf    und  über- 


XI 


schwemmte  uns  mit  all  den  Bauformen,  die  wir  jetzt  that- 
sächlich  um  uns  sehen.  Welch  ein  Entsetzen  wäre  das  über 
plötzliches  Versiegen  aller  Schaffenskraft,  Eintrocknen  aller 
Phantasie,  V ersumpfen  in  Fälschung;  und  Schablonenthum. 
Man  würde  jammern:  die  Kunst  ist  zu  Grunde  gegangen! 

Heute  nun  ist  man  wenigstens  so  weit,  dass  man  wieder 
„Ideen"  haben  darf.  Man  darf  wieder  versuchen,  zu  leben. 


LUDWIG  HEVESI. 


EMERKVkl6.EN  ZK/R 
ZWEITEkl- A\/FlA<aE 
MEIkJERJPEEkl  " 

Die  vorliegende  neue  Auflage  des  Werkchens,  wesent- 
lich bereichert  und  ergänzt,  entspricht  vielfach  ge- 
äusserten Wünschen.  Es  haben  darin  meine  neueren 
Arbeiten  auf  architektonischem  sowie  kunstgewerb- 
lichen Gebiete  Aufnahme  gefunden,  und  ist  dadurch 
die  Tafelanzahl  der  ersten  Auflage  fast  verdoppelt 
worden.  Den  Besitzern  der  ersten  Auflage  wird  auf 
meine  Anregung  hin  das  neu  hinzugekommene  Ma- 
terial seitens  des  Verlages  auf  Wunsch  zu  mässigem 
Preise  unter  Beifügung  einer  entsprechenden  Mappe 
für  sich  besonders  abgegeben  werden. 


Olbrich. 


INHALT- 


TlTELZEICtiNK/klö 
WIP/A\7KJG 
V-Xll 

EINF\7HRVkJ<äV0kl 
l^PWIG  HEVEV  ° 
XIII  ■ 

BEMERKUNGEN 
ZK/R  II 'AK/FLAGE 

-1-121 
IUr7STRATIOWEW 
IN -ZINKÄTZUNG 
3Z  FARBIGE  TAFeLN 


f 


SEIUER-  KOEWIG 
ÜCHEW-  HOHEIT 
DE">- GROSSHER 
ZOG  vom  HE^Ekl 
UklP-  BEI-  RHEIN 

IkJ  EHRF\/RCHT- 
GEWIDMET  VOM 
OlBRICH 


DRUCK  VOM  FR.  RICHTER,  G.M.B.H.,  LEIPZIG. 


3 


VI  IVA  FRiEDMAUkl'HlklTEF.' 

BR^ML  WIEkl 

BETT  AV<>  DEM  DACM^T^Bi— 

LE'DERPOLSTERWU&GEIB- 


VIlbA  ^TlFKT-WOHe  WARTtWIEM  • 

HOL^-THEIL?  EICHE  A^ATT  •  GRy^i 
GEBEIZT  WAkiO^TOFF  DJ  BL?>V°/ 

mit  -  lichter  ^ejDeM/^ppiLOvnoki 

GERALDE   IW  WAkJDlfl^rEW^ 


Bei«  Wien«  ^Tteoe  w«  Hft^y  ge 

iJAAAEKJT-  W  ENI  Ol-  POiy  GH  RO  N\  I  Rt. 


O  A  (J2.I  MfAER'  AC(^°  DER  VlÜr^V 
F*IE  D  i~\  A,kl  M  VOOi  ELLHORN 
POliERT-D^NKELL  GEBEIZT  TTEF 
GELESEWAKID    (E  I  0  EhlV/O  R  HÄMO 


WA  Kl  D  RECH  AV/D  ZV/N  D  HOL?^  NDER 
A^eHEKI^criME     ■  l^L  ■  CE  RVI  ERT1  ^(ü  -  0  • 


I  Kl  DEH  I  <jTOCi\  Triv/RA  B  = 
JWlS'^  GEGEN  •  DIE"  Wi  RT- 
<;C1AFT<^   RAVTAE-  VlltA= 


17 


22 


OrlE  -  ORV/KJ   GEBEIZT  -  (^TO Fr 


28 


O'Vs)  D     EIKJE^    HVtir|TfeR  -  HOLZ-- f^ETAliJ 


3<- 


35 


WIEWER-  iKJTeRie^U,-  Fv'R 
PARl^  ■  -1900 


FUy\UT  DER- VIltA- 
FRIED  A"lAUKJ-  vJlEV- 


B  Kl  Ü_W 1  E  U 

LLEBE" 


(JUH  W  IT2.EREI  ■  v/O  Kl  DER° 
HA^TH\/RE  ■  VIltA  °°°° 


T&R#uG  •  MiT-  ORJ7AMEIVT« 


51 


AHD^U  BliW  POILRT  l?OE  BRETT 
UAT^K    AMORU-  POILRI«' 


55 


ECKE  AÜ\'  DE^'GA^i^EI 
V/ltfcA  PRieD^AUkJ-  AHORM« 
ORAV    POU.R.T    OKfR  WAMC 


"VT ■  FARBIG^  GifWR 


DE«IU  R/R  El KJ  OEWG  EJTe C 
BAU  D  -  i  KJ   FA  RBEU 


58 


A\^^Tklt\^(JOi  ■  PA  Riy  1900  -l<WC: 
WAkl  D  • 


7o 


Fel^TeR  PFellgR- ACj   El  WEA^  ■  Vjo  H  KJ  = 


DER    H  A  LL  E  ■ 


73 


Da<,  Erwc,t  Lvdwig;,ha</$  -par^stact 


81 


ThOREIU&A^G,  VOKJ  E|MET<<^  HAv\"E   fW  PAR/<MTADT 


82 


8b 


AV^TE-UrVWC^AAL  PER  ^ECE^IOW  WIEKJ 


WOkJZLI/A'-AER  HAV<,  ROMHELT  PAK'A'iTADT 


95 


Ti^CHPECKE   AV^EF  v-J  ^TAPE  PAR^TAPT 


BV/FFET- AVJ-Pe^V  HAV^E  KEfcER. 


101 


WOHkl  R.AV/A    HAVC  ROAAHElD- 


103 


YII-UEV^TIFTCA^e  Ml 


BLEI  $KI2ZEW  •  ZV  ^HL^F2.IMMER?AÖßELM 


111 


112 


Bettdecke  i'kj  -wOibE 


116 


TiTETLZEfCHWVkKii 


HERKUNFT. 

Sage  mir  einer,  von  wem  ich  stamme! 
Meine  Scheite  lodern  in  EIGENER  Flamme, 
Aus  MEINEM  Forst  sind  die  Stämme  geschlagen, 
MEIN  Boden  hat  seine  Bäume  getragen. 
Und  ich  weise  jeden  von  meinen  Grenzen, 
Käm'  er  als  Gaukler  mit  Sprüngen  und  Tänzen 
Oder  als  punischer  Hammerschwinger 
Oder  als  salböltriefender  Ringer. 
Ich  hab'  an  den  Stämmen  mein  Eignerzeichen, 
Sie  fallen  unter  MEINER  Tage  Streichen. 
Und  wenn  sie  mich  einmal  im  Sturz  erschlagen: 
Die  Nachbarn  im  Geist  werden  nach  mir  fragen. 
Zu  ihnen  bahnt'  ich  gehsame  Wege, 
Uber  schäumende  Flüsse  schlug  ich  Stege 
Und  im  Königsschmuck  meiner  Dichterbürde 
Neigt'  ich  mich  ehrend  der  älteren  Würde. 

RICHARD  SCHAUKAL. 


118 


< 


FRIE5E-  AV5- PER  •  VlUrA  •  FRIEDMANIN.  B. 


MOTIVE.  FVR 


G. 


DETAIL-  DER  •  WANDMALEREI  •  DE.5  • 
^PEI5E-5AA1£5  •  VILt-A-  FRIEDMANN  . 


G. 


MAI  ~  OCTOBER 1901 
I7IE  AVSSTE  U=VN6 17ER 
KVNSTIER  -  KOLONIE 


Plakat  ■  Fv'R  pie  A^TEiy^HCj  1901 


H.F.Jülte,  Kunstansralt,  Leipzig. 


^KIZZE  Ts/  EIWEAA  ■  KAFE^AIPW 


H.  F.  Jütle,  Kunstansialt,  Leipzig 


N. 


^KIZZE  Z</  EJWE/W 5CNREIBTI5CH 


H.  F.  JiiHe,  Kunstanslalt,  Leipzig. 


Q. 


LASTER   F('R  CATCHT 


5CH. 


Li  OVER  FLÄCHE. 


H  F.  Jütte,  Kunstanstalt,  Leipzig 


pTVPiE  "ZV  ElklEM- MOTETW  <»CHRAWK 


H.F.JÜI 


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O^BRICH 


HAU^EI  wqANJG 


IN    MEIWE  •  WEIT  ■ 


V. 


IV^TER  FVR  E L£CT-  Li  CHT- 


THORElkJOAklO,    HAV<,  0(3RjCH 


X 


yK/PlEk)  ZV  PORTMOWWAI^ 


II 


7- 


.eipzig.